Industrie-Service 4.0 - Instandhaltung heute

Industrie-Service 4.0

Instandhaltung: So geht es heute!

Digitale Prozesse zu installieren, zu etablieren und voranzutreiben steht im Pflichtenheft sämtlicher Industrieunternehmen. Einkaufs- und Fertigungsprozesse sind heute bereits zu großen Teilen digital optimiert. Die betriebliche Instandhaltung ist es noch nicht. Das soll sich jetzt ändern. Mit dem Industrie-Service 4.0 bietet Blumenbecker einen digitalen Instandhaltungsservice, der alle Prozessstufen umfasst.

SOLUTIONS sprach mit Olaf Lingnau (Geschäftsführer) und Marcel Horstmann (Leiter Digitale Services) vom Blumenbecker Industrie-Service über das digitale Angebot, das seit September 2018 am Markt ist.

Was macht Industrieservice 4.0 so wichtig?


Marcel Horstmann:

Instandhaltung ist zunächst einmal ein Thema, das nahezu alle Unternehmen betrifft. Denn jeder Arbeitgeber ist rechtlich dazu verpflichtet, sichere Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Werden Prüffristen überschritten und Anlagen nicht rechtzeitig gewartet, kann es zu teuren Ausfallzeiten kommen. Weitere gravierende Folgen können der Verlust des Versicherungsschutzes, Strafverfahren oder auch Schadenersatzforderungen sein.


Olaf Lingnau: 

Zudem ist Instandhaltung eine echte Herausforderung. Bereits in einem mittelständischen Betrieb kommen in Fertigung und Verwaltung bis zu 10.000 prüfpflichtige Instandhaltungsobjekte zusammen. Besonders Industriekunden, die breiter aufgestellt sind und mehrere Standorte und Ansprechpartner für das Thema haben, verlangen nach durchgängigen digitalen Services, die die Instandhaltung schneller, sicherer und transparenter machen.

Sie definieren Industrieservice 4.0 ist als einen durchgängigen digitalen Prozess.
Was bedeutet das konkret?


Olaf Lingnau:

Beim Blumenbecker Industrieservice 4.0 gibt es keinen Medienbruch zwischen analogen und digitalen Prozessschritten mehr. Die Auftragserfassung, die Terminierung, das Erkennen der Anlagen vor Ort, die Prüfberichtserfassung, die Kundenabnahme, die Übermittlung des Prüfberichts – alle Schritte sind digital und somit transparent und nachvollziehbar für den Kunden.

Die Zeiten von Prüfberichten auf Durchschlagpapier sind also vorbei?


Marcel Horstmann:

Ganz genau. Die digitalen Prüfberichte sparen neben Papier vor allem Zeit und Ressourcen, denn das zeitaufwändige Suchen in endlosen Ordner- Kolonnen, beispielsweise bei Revisionen, entfällt. Darüber hinaus hat der Kunde die Wahl. Er kann den Prüfbericht per Mail erhalten und in seiner eigenen Dateninfrastruktur ablegen oder aber unser Instandhaltungsportal nutzen.

Was leistet das digitale Instandhaltungsportal?


Olaf Lingnau:

Zunächst einmal ist das Instandhaltungsportal eine rechtssichere Ablage. Der Kunde hat seine Prüfprotokolle an einem Ort vereint. Alle berechtigten Mitarbeiter können sich zu jeder Zeit in das Online- Portal einloggen und › on demand ‹ auf die Dokumente zugreifen. Nach jeder Wartung wird der neue Prüfbericht umgehend hochgeladen. Jeder Prüfbericht ist unveränderbar. Wurde an einer Anlage ein Fehler festgestellt und repariert, gibt es im Anschluss einen neuen Bericht, der genau dies dokumentiert. Das Ergebnis ist eine transparente wie lückenlose Prüfhistorie.

Ein Instandhaltungsportal für alle Betriebsmittel?


Marcel Horstmann:

Ja. Das Portal kann die gesamte Infrastruktur des Kunden abbilden: fest verbaute Objekte wie Motoren, Hebebühnen oder Tür- und Toranlagen, aber auch ortsveränderliche Betriebsmittel – vom Hochdruckreiniger über den Lötkolben bis zur Schreibtischlampe.


Olaf Lingnau:

Über die Betriebsnummern lassen sich die Instandhaltungsobjekte einfach identifizieren und alle dazugehörigen Daten und Dokumente abrufen. Doch auch Instandhaltungsobjekte, die von anderen Anbietern gewartet werden, können in das Portal integriert werden. Der Kunde kann somit den Wartungsstand aller prüfpflichtigen Maschinen und Anlagen in einem Tool überwachen, und das, ohne seine eigene Dateninfrastruktur zu belasten.

Aber der Kunde muss selbst an die nächste Wartung denken?


Olaf Lingnau:

Das kommt darauf an. Bei Betriebsmitteln, die von Blumenbecker gewartet werden, denkt das System mit und plant nach jeder abgeschlossenen Prüfung automatisch die nächste anstehende Prüfung ein. Das macht die Organisation der Instandhaltung einfach, und der Kunden kann sicher sein, alle Pflichttermine einzuhalten.

Hat sich durch den Industrie-Service 4.0 auch intern in Ihrem Unternehmen etwas verändert?


Marcel Horstmann:

In jedem Fall. Mit der Entwicklung des digitalen Angebots haben wir auch unsere eigenen Prozesse optimiert. Der gesamte Workflow ist schneller geworden. Viele unsere Tätigkeiten haben sich dadurch von außen in die Büros verlagert. Unsere Servicetechniker erhalten ihre Aufträge digital, sie ermitteln und übermitteln Daten digital. Das Back-Office-Team wertet digital aus und stellt das Ergebnis unmittelbar digital zur Verfügung. Auch Reparaturangebote können so umgehend erstellt werden.

Unser Kunde sagt:

»Dank Digitalisierung und Instandhaltungsportal haben wir jederzeit einen optimalen Überblick über den Zustand unserer Betriebsmittel, können vorbeugend agieren und sparen Zeit und Kosten.«

Norbert Siepker,
Ltg. IH-Montage / Schraubtechnik, Volkswagen Osnabrück GmbH

Woher kommt Ihre Kompetenz in diesem Bereich?


Olaf Lingnau:

Der Industrieservice 4.0 ist eine logische Folge aus dem, was wir die letzten Jahre gemacht haben. Denn die Prüfung ortsveränderlicher und unveränderlicher elektrischer Maschinen und Anlagen ist unser Tagesgeschäft. Wir warten alles, was in der Produktion und Verwaltung an elektrischen Betriebsmitteln anfällt. Im Bereich der Toranlagen und elektrischen Maschinen zählen wir zu den Marktführern.


Marcel Horstmann:

Anders als klassische Prüfinstitute finden wir nicht nur Fehler, sondern reparieren auch Anlagen sämtlicher Hersteller und entwickeln Optimierungsmöglichkeiten. Dabei nutzen wir seit langem Bausteine wie zum Beispiel das digitale Auftrags- und Materialerfassung- System, das dem Monteur seine Aufträge digital übermittelt. Als vor zwei Jahren unser Kunde Volkswagen Osnabrück Interesse an einer digitalen Zusammenarbeit zeigte, war dies für uns der Anstoß, auch unsere Prüfzeugnisse zu digitalisieren und damit den Prozess zu vervollständigen.

Ein Blick in die Zukunft. Gibt es schon Pläne für den Industrie-Service 5.0?


Olaf Lingnau:

Unser Ziel ist es, den Kunden alle Sorgen und Nöte rund um das reibungslose Funktionieren ihrer Maschinen abzunehmen. Wir wollen aktiv helfen Ausfallzeiten zu vermeiden. Das bedeutet, die Maschinen kontinuierlich am Laufen halten und sie reparieren, bevor ein Schaden entsteht. Für diese vorbeugende Instandhaltung werden wir die Anlagen und Maschinen in einem virtuellen Leitstand überwachen, Betriebsdaten ermitteln, auswerten und sie dem Kunden visuell aufbereitet zur Verfügung stellen. Ein Ampelsystem zeigt, wo alles im grünen Bereich ist, wo in Kürze Fehler auftreten können und bei welcher Anlage sofort reagiert werden muss. Die Reparatur kann dann so geplant werden, wie es bestmöglich in den Betriebsablauf passt.