Sonderlösungen für die Zapfventil-Produktion bei ELAFLEX Konstruktion und Fertigung einer Schienenbahn und zwei Gießgehängen
Woher weiß das Zapfventil, dass der Tank voll ist?
Haben Sie sich das auch schon mal gefragt? Vereinfacht erklärt, befindet sich im Innern ein kleines Rohr, das Luft ansaugt. Während des Tankens strömt Luft durch dieses kleine Rohr, weil der Tank noch nicht voll ist. Ist der Tank voll, wird die Luftzufuhr blockiert. Der Unterdruck aktiviert eine mechanische Vorrichtung im Ventil, die den Kraftstofffluss stoppt – und das Zapfventil macht „klick“.
Das besagte Zapfventil, das wir an der Tankstelle nutzen, stammt höchstwahrscheinlich von ELAFLEX HIBY GmbH & Co. KG. Das Unternehmen ist führender internationaler Spezialist für Betankungstechnik und sichere Verbindungen zum Umschlag von flüssigen, gasförmigen und empfindlichen Medien. Dazu zählen Schläuche, Armaturen, Kupplungen, Kompensatoren und eben Zapfventile. In der Produktionsstätte in Plettenberg stellt ELAFLEX diese in unterschiedlichen Varianten her. Beim Gießvorgang kommen seit kurzem zwei neuartige Gießgehänge zum Einsatz – konstruiert und gefertigt von Blumenbecker.
Konstruktion von teleskopierbaren Gießgehängen mit Drehgestell für den Rotguss- und Aluminiumguss
Ein Gießgehänge ist ein technisches Hebe- und Tragelement, das beim Gießen von flüssigem Metall eingesetzt wird. Die beiden Neukonstruktionen von Blumenbecker sind über Elektrokettenzüge teleskopierbar. Hinzu kommt ein kraftbetriebenes Drehgestell für die Aufnahme der Tiegel. Die Teleskopierung und auch das Drehgestell werden über eine Steuertafel an den Gießgehängen gesteuert.
Die beiden technischen Geräte haben es in sich. Das eine ist für das Gießen von Rotguss, das ist eine spezielle Kupferlegierung. Rotguss wird für Bauteile verwendet, die in direkter Berührung mit dem Kraftstoff (Benzin/Diesel) kommen. Der Schmelzpunkt liegt bei über 1.000 Grad Celsius. Das andere ist für das Gießen von Aluminium, welches für das Gehäuse gebraucht wird. Hier liegt der Schmelzpunkt „nur“ bei etwa 300 Grad Celsius. Montags ist Rotgusstag. Von Dienstag bis Freitag wird Aluminium gegossen. Heute ist zum Glück Mittwoch. „Da ist es fast kalt hier“, lächelt Philipp Lietz, Produktionsleiter bei ELAFLEX und seit 2016 für die Produktion, Instandhaltung und alles rund um die Gießerei zuständig.
Ergonomische Steuerung für sicheres und effizientes Arbeiten Gießgehänge mit Knopfdruck
In der Gießerei ist es eng. Alles hat seinen Platz, sonst funktionieren die Abläufe nicht. Durch die Oberlichter scheint die Sonne. Die vielen Lampen erleuchten die Halle zusätzlich. Es ist hell, heiß und laut. In der Luft liegt der Geruch von geschmolzenem Metall – etwas scharf, aber leicht süßlich.
Der Mitarbeiter in Schutzkleidung steuert das Gießgehänge mithilfe der ergonomisch geformten Griffe per Hand.
Das flüssige Aluminium ist im großen Tiegel (ca. 70 cm hoch und 50 cm im Durchmesser), der direkt vor ihm an der Rohrkonstruktion hängt. Per Knopfdruck kann er den glutheißen Tiegel umkippen und das Aluminium fließt in die Formen, die hinterher die Zapfventile ergeben. Bei dem alten Gießgehänge musste er noch ein Handrad bedienen, um den bis zu 120 kg schweren Tiegel zu bewegen. Am Rotgusstag kann der Tiegel übrigens schon mal bis zu 300 kg wiegen.
Kundenstimme:
„Das ist ein sehr spezielles Projekt, für das man einen klugen Kopf braucht. Das ist kein einfaches Thema und Blumenbecker hat es gut gemeistert.“
Philipp Lietz, Produktionsleiter, ELAFLEX HIBY GmbH & Co. KG
Fertigung einer Einschienenbahn mit Kurvenverlauf und elektrischer Weiche
Blumenbecker lieferte nicht nur die beiden Gießgehänge, man erneuerte die gesamte Gießstrecke. Nun steht dort eine Einschienenbahn mit Kurvenverlauf und elektrischer Weiche. „Das ganze Projekt war eine Herausforderung. Eine gerade Kranbahn kann jeder im Kranbau. Und dann änderte sich noch die Norm für das Bewegen von feuerflüssigen Massen. Unsere Konstruktionen mussten auf höhere Temperaturen ausgerichtet sein als ursprünglich angenommen“, berichtet Pascal Laser, Abteilungsleiter Industrieservice bei Blumenbecker in Beckum.
Von der Bestellung bis zur Montage dauerte es rund zwei Jahre. Entwürfe wurden gemacht, abgestimmt und optimiert. „Für ein Qualitätsprodukt wie unseres ist der Gießdruck essenziell wichtig. Es muss gleichmäßig gegossen werden. Da muss das Equipment stimmen und Blumenbecker hat eine gute Lösung gefunden“, bestätigt Lietz (Produktionsleiter ELAFLEX). Bis zu 3.000-mal am Tag betätigt ein Mitarbeiter das Gießgehänge. Die Abläufe und die Erfahrung des Mitarbeiters sind dabei ebenso wichtig wie etwa Haptik und Anordnung der Tasten.
Gießgehänge mit elektrischem Antrieb Weniger Verschleiß und einfache Wartung
Früher musste der Mitarbeiter das Gießgehänge selbst ziehen. Nun erledigt diese Arbeit ein Antrieb; eine echte Entlastung. Das Gerät ist zudem wartungsfreundlicher und verschleißärmer. „Das ist ein sehr spezielles Projekt, für das man einen klugen Kopf braucht. Das ist kein einfaches Thema und Blumenbecker hat es gut gemeistert“, attestiert Lietz. Zwei Wochen wurden für den Umbau angesetzt.
„Die Monteure vor Ort waren ein eingespieltes Team. Am Ende waren sie zwei Tage eher fertig als geplant, sodass wir die Zeit für Anpassungsarbeiten nutzen konnten“, freut er sich. Und ist demnächst eine Wartung fällig, übernehmen das ebenfalls die Blumenbecker Monteure. „Klick.“ Der Tank ist voll. Beim nächsten Stopp an der Tankstelle denkt man vielleicht auch an die Herstellung der Zapfventile – inklusive Gießgehänge.
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