
Bin Picking neu gedacht B.EYE und B.AI für präzises Greifen mit dem Roboter
Im Fokus: Das menschliche Auge – ein Multitalent: Es erfasst problemlos Farben und Kontraste, ist anpassungsfähig, kann Bewegungen erkennen und sich auf Details fokussieren. Wir nehmen mit dem Auge die Welt um
uns herum so wahr, wie sie ist – dreidimensional.
Es gibt gute Gründe, warum die neue Blumenbecker Lösung das menschliche Auge zum Vorbild hat.
Bin Picking bisher
Bin Picking – was war das noch gleich? Kurz gesagt: Ein Roboter identifiziert mithilfe einer Kamera zufällig platzierte Teile in einem Behälter oder auf einem Förderband. Dazu scannt eine HD-Industriekamera den Inhalt der Behälter, und die Software erkennt die räumliche Lage, Orientierung und Form der Teile – auch bei chaotischer Anordnung. Der Roboterarm wählt das passende Greifverfahren, hebt das Teil heraus und übergibt es exakt positioniert an die nächste Station zur Weiterverarbeitung oder Palettierung. Diese Lösung bietet Blumenbecker schon seit 2012 an. Passend dazu entwickeln die Blumenbecker Spezialisten die Sensorik und konstruieren individuelle Greifwerkzeuge.
Im bisherigen System kommt eine spezialisierte 3D-Industriekamera zum Einsatz, die sich entlang einer Führungsschiene bewegt. So können auch die Inhalte mehrerer Behälter mit nur einer Kamera präzise erfasst werden. Gerade bei Roboterarbeitsplätzen mit vier und mehr Behältern ist diese Lösung in der Regel weiterhin die kosteneffizientere. Aber für kleinere Bin Picking Anwendungen hat Blumenbecker nun etwas Neues entwickelt.
Neue Bin Picking Lösung B.EYE
Das „Auge“ – das sind in diesem Fall gleich zwei Kameras, die an einem Schwenksystem befestigt sind. Über dem Behälter platziert, erfasst B.EYE die Umgebung dreidimensional – ganz wie das menschliche Auge.
Die Kamerabewegung ist dabei schneller, als wenn diese auf einer Führungsschiene befestigt wäre. Sind es gleich mehrere Behälter, aus denen der Roboter die Teile greifen soll, installiert man über jedem Behälter ein B.EYE. Jedes agiert unabhängig von den anderen, sodass ein kontinuierlicher Betrieb gewährleistet werden kann – auch wenn in einem Bereich eine Störung auftreten sollte.
Für die neue Lösung verwendet Blumenbecker Standard-Industriekameras, die deutlich günstiger und besser verfügbar sind als Spezialkameras. Aufgrund des vereinfachten technischen Designs ist der Wartungsaufwand zudem geringer als vorher.
Die Bin Picking Eigenentwicklung B.EYE ist vielseitig einsetzbar
Das neue System bietet mehrere bedeutende Vorteile. Es ist deutlich kompakter und benötigt wesentlich weniger Platz, wodurch die Installation auch dort erfolgen kann, wo es zuvor nicht möglich war. Zudem reagiert das System weniger empfindlich auf Vibrationen und Staub. Das macht es zuverlässiger und leistungsfähiger unter herausfordernden Umgebungsbedingungen.
„B.EYE ist vielseitig einsetzbar. Es eignet sich unter anderem für das Palettieren sowie das Handling in Werkzeugmaschinen und Umformmaschinen. Dank unserer Eigenentwicklung können wir die Lösung auch individuell an die spezifischen Anforderungen des Kunden anpassen“, freut sich Libor Baloun, Machine-Vision-Programmierer bei Blumenbecker.
Technische Daten
- Typische Arbeitsbereichsgröße: 1.200 × 800 × 500 mm
- Kamera-Erkennungsgenauigkeit: ±1 mm
(bezogen auf die typische Arbeitsbereichsgröße) - Standard-Zykluszeit des Scan-Geräts: 3 Sekunden
- Direkte Kommunikation zwischen Kamera und Roboter
(unterstützt Roboter von KUKA, ABB, FANUC)
B.AI – Bin Picking mit künstlicher Intelligenz
In Kooperation mit Siemens
Eine weitere Neuerung basiert auf SIMATIC Robot Pick AI von Siemens. B.AI ist eine intelligente Bin Picking Lösung, die künstliche Intelligenz nutzt, um die Objekte zu erkennen und Greifstrategien zu optimieren. Während beim bewährten Bin Picking chaotisch angeordnete Objekte einer Art erfasst werden, kann B.AI völlig unterschiedliche Objekte identifizieren und greifen – vorausgesetzt, dass die Greiffläche jedes Teils mit einem Sauggreifer zugänglich ist.
Die Software für die Objekterkennung und die Steuerung der Kameras stammen aus dem Hause Siemens. Blumenbecker programmierte die Roboter und konstruierte die passenden Greifer.
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