
Die Königin der Hanse
Von 1958 bis 1991 konnte man es auf dem 50-DM-Schein betrachten. 2006 erschien das Abbild auf der deutschen 2-Euro-Gedenkmünze. Wer aber das Original bewundern will, der muss sich auf den Weg zur ältesten Hansestadt Deutschlands machen – eine Reise, die sich lohnt. Und das nicht nur wegen dieses berühmten Wahrzeichens. Mit seinen Rundtürmen und dem markanten Backstein erinnert das Holstentor an die Zeit, als die Stadt
die Pforte zum Ostseeraum darstellte und Handel und Wohlstand das Leben prägten. Lübeck, 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, vereint Geschichte und Kultur mit der typisch nordischen Gelassenheit seiner Bewohner – von Backsteingotik bis Buddenbrooks, von Thomas Mann bis Marzipan.
Sieben Türme und Kopfsteinpflaster
Auf dem Weg nach Lübeck folgt man am einfachsten den sieben Türmen. Schon aus der Ferne ragen die Backsteinbauten aus der Altstadt hervor. Die gotischen Kirchen St. Jakobi, St. Petri und St. Aegidien verfügen über je einen Turm, während St. Marien und der Lübecker Dom das Stadtbild mit jeweils zwei Türmen bestimmen.
In der Altstadt angekommen, geht man durch enge Gassen, über Kopfsteinpflaster, vorbei an ehrwürdigen Kaufmannshäusern mit ihren verzierten Giebeln. Das wohl bekannteste Bürgerhaus mit weißer Fassade steht in der Mengstraße. Es diente der Familie des Schriftstellers und gebürtigen Lübeckers Thomas Mann als Familiensitz. Auch war das Haus die Vorlage für den Wohnsitz der Buddenbrooks aus seinem gleichnamigen Roman. Heutzutage ist das Buddenbrookhaus ein Museum, in dem ein Stück Literatur erlebbar gemacht wird.
Nicht nur erlebbar, sondern essbar ist die Lübecker Spezialität aus Mandeln, Zucker und Rosenwasser. Wer das berühmte Marzipan nicht nur genießen, sondern auch selbst herstellen möchte, kann bei einem Marzipan-Workshop süße Erfahrungen sammeln.
Travemündung, Schifffahrt und mehr
Doch wer die Vielfalt Lübecks entdecken möchte, der geht noch weiter, zum Beispiel in Richtung des Stadtteils Travemünde. Hier, wo die Trave in die Ostsee mündet, zieht es viele Besucher hin – egal ob als Ausflugsziel für einen Tag oder als erholsamer Urlaubsort.
An der Hafeneinfahrt, genauer gesagt „Am Leuchtenfeld 1“ wacht der 31 Meter hohe achteckige Steinturm. 1539 errichtet, ist er der älteste Leuchtturm Deutschlands. Hinter seinen dicken Mauern beherbergt er ein Museum über die Geschichte der Leuchtfeuertechnik. Wenn man die schmalen Stufen nach oben hinaufsteigt, wird man mit einem Blick über die Travemündung, der Halbinsel Priwall und das offene Meer belohnt.
Wer mag, kann eine Hafenrundfahrt unternehmen und dabei den Fährschiffen ganz nah sein. Besonders beeindruckend sind die großen Skandinavienfähren, die täglich nach Schweden, Finnland oder ins Baltikum ablegen.
Ein ganz besonderes Segelschiff fährt indes nicht vorbei. Seit 1911 hat der Viermaster, der einst Kap Hoorn umrundete, seinen Ankerplatz im Hafen. Die „Passat“ ist mehr als ein altes Schiff, sie ist Museum, Veranstaltungsort und Jugendherberge in einem.
Und wer genug Kulturluft geschnuppert hat, der kann die Seeluft genießen. Vielleicht bei einer leichten Brise im Strandkorb die Seele und die Beine baumeln lassen und dem Rauschen der Wellen lauschen.
Von klassischer Musik bis zu baltischen Filmen
Auch wer Abwechslung der Entspannung vorzieht, ist in der Hansestadt goldrichtig. Das ganze Jahr über lädt Lübeck seine Einwohner und Besucher zu vielfältigen Events ein. In der alten Werfthalle Kulturwerft Golan finden regelmäßig Konzerte, Lesungen, Theater und Märkte statt. Einmal im Jahr heißt es „Nachts im Museum“. Dann öffnen zahlreiche Museen und Kultureinrichtungen ihre Türen im Mondschein.
Die Nordischen Filmtage widmen sich dem nordischen und baltischen Film und bei den Lübecker Bach-Tagen stehen Musikstücke des Komponisten Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt. In der Adventszeit empfiehlt sich ein Bummel über den Weihnachtsmarkt. Dann strömt der Duft von Marzipan und Glühwein durch die Gassen.
Lübeck: Holstentor, Passat und Marzipan – und so viel mehr.
Insidertipp von unserem Niederlassungsleiter aus Lübeck
St.-Petri-Turm
Einen besonderen Blick auf Lübeck erhält man von oben vom St.-Petri-Turm. St. Petri ist eine Kulturkirche, in der regelmäßig Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen stattfinden. Erklimmt man den Turm, so hat man eine atemberaubende Aussicht über die Backsteingotik der Altstadt bis hin zur Trave mit den Ausflugsbooten und ringsherum sieht man auf das moderne Lübeck.
Thorsten Dorsch
Niederlassungsleiter Blumenbecker Industriebedarf GmbH