
Schaltschrankbau in Beckum – Highspeed-Fertigung mit Industrie 4.0
8.000 m² Produktionsfläche, über 5.500 Schaltschränke pro Jahr, Serienfertigung ab Losgröße 1 – und das mit Konstruktionsänderungen noch kurz vor Projektabschluss. Das ist möglich, weil unser Schaltschrankbau in Beckum (NRW) konsequent auf Industrie 4.0 Technologien aufgebaut ist: vernetzte Produktionsstationen, eine zentrale Daten-Cloud und digitale Arbeitskarten für jeden einzelnen Auftrag. Hier zeigen wir, wie unsere Fertigung konkret funktioniert – von der Materialanlieferung bis zur Exportkontrolle.
Weitere Merkmale unseres Schaltschrankbaus:
- Automatisierte Leitungskonfektionierung mit Prozessüberwachung
- Hochregallager mit Shuttle-System für just-in-sequence-Belieferung
- Digitale Funktionsgruppenbildung mit visueller Arbeitsplatzführung
- Sequenzielle Schaltschrankprüfung mit automatischer Protokollierung
Ihr Projekt hat internationalen Maßstab?
Unsere Fertigung auch.
Neben dem Hauptwerk in Beckum fertigt Blumenbecker Schaltanlagen an drei weiteren internationalen Standorten – in Polen, Indien und China. Das bedeutet für Sie: lokale Fertigung näher am Einsatzort, kürzere Lieferwege und ein Partner, der Ihre globalen Projekte aus einer Hand begleitet.
Highspeed Schaltanlagenfertigung mit Industrie 4.0
Serienproduktion von Schaltanlagen ab Losgröße eins – das ist, aufgrund des hohen Grades an Individualisierung, nur mit modernster IT möglich. Dabei ist die Einrichtung einer zentralen Daten-Cloud im Hinblick auf vernetzte und flexible Produktionsstationen von großer Bedeutung. Daraus versorgen sich alle Ebenen mit den notwendigen Daten. Die Daten-Cloud sorgt so für die Vermeidung von Datenredundanzen und gewährleisten so einen schnellen, transparenten Wissensaustausch innerhalb des Unternehmens. Mensch, Maschine und Software stehen in ständigem Austausch miteinander und tragen auf diese Weise dazu bei, dass Schaltanlagen in hervorragender Qualität das Werk verlassen.
Stationen unseres Schaltschrankbaus in Deutschland
1. Materiallogistik: Wareneingang
In der Materiallogistik im Bereich "Wareneingang" werden täglich mindesten 6.000 Produkte der externen Zulieferer mittels Scan mit ihrer Artikelnummer erfasst und einem konkreten Auftrag – also einer Schaltanlage – zugeordnet. Das Material wird dann in einer so genannten ‘Schütte’ abgelegt und per Förderband zu einem aus vier Türmen bestehenden Hochregallager transportiert, wo es entsprechend einsortiert wird.
2. Materialbereitstellung und virtuelle Arbeitskarte
Bei der Materialbereitstellung kommt erstmals die virtuelle Arbeitskarte, versehen mit QR-Codes, zum Einsatz. Mithilfe der auf der Karte hinterlegten Informationen trägt ein Mitarbeiter alle für ein Projekt benötigten Komponenten zusammen und verstaut diese auf Transporteinheiten. Bei größeren Schaltanlagen kann dies zunächst auch nur eine Teilmenge, wie beispielsweise das Material für einen anzufertigenden Klemmenkasten, sein. Die virtuelle Arbeitskarte wird dann an der Transporteinheit befestigt, die im Anschluss der eigentlichen Produktion zugeführt wird.
3. CNC Blechbearbeitung
Im Blechbearbeitungszentrum werden jährlich etwa 6.000 unterschiedliche Montageplatten, Türen etc. bearbeitet. Dabei sind die Aufbaupläne vollständig digitalisiert. Ein Mitarbeiter scannt den Auftrag zunächst von der virtuellen Arbeitskarte ein und verschafft sich am Bildschirm einen Überblick über die anzufertigenden Teile. Per Knopfdruck wird dann der Befehl zur Blechbearbeitung an die CNC-Bearbeitungsmaschine geschickt. Eventuell notwendige Werkzeugwechsel erfolgen automatisch. Alle bearbeiteten Teile einer Schaltanlage werden dann einer Sichtkontrolle unterzogen und für den weiteren Produktionsablauf gekennzeichnet.
4. Automatisierte Zuschnitte
Bei Blumenbecker werden jedes Jahr ca. 40.000 Ablängungen von Kabelkanälen und Hutschienen durch vollautomatische Anschlagsysteme durchgeführt.
5. Leitungskonfektionierung
Ebenso automatisiert erfolgt die Konfektionierung der im Schaltschrank zu verbauenden Leitungen. Die virtuelle Arbeitskarte wird in die Software eingelesen, die Arbeitsschritte werden an die Bearbeitungsmaschine übertragen und sofort ausgeführt, inklusive der Bildung von Leitungssequenzen und -bündeln. Dabei erfolgt eine Prozess- und Produktüberwachung.
6. Funktionsgruppenbildung
Da jede Schaltanlage aus unterschiedlichen Funktionsgruppen besteht – eine Funktionsgruppe kann beispielsweise aus Schützen und Hilfskontakten bestehen –, müssen die zahlreichen Komponenten entsprechend zusammengeführt werden. Dafür befinden sich rechts und links neben dem Mitarbeiter Tische, deren Ablageflächen in quadratische Zonen unterteilt sind. Nach dem Einlesen der virtuellen Arbeitskarte wird am Bildschirm angezeigt, wie viele Zonen für den spezifischen Auftrag relevant sind.
Der Mitarbeiter nimmt einen beliebigen Artikel aus der Kommission, scannt ihn und erhält sofort – am Bildschirm und auf der Ablagefläche durch eine blinkende rote Schraffierung – die eindeutige Information, in welcher Zone der Artikel abzulegen ist. Nach der Bestätigung durch erneutes Scannen erhält die Software die Rückmeldung, dass die richtige Komponente am richtigen Platz liegt. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis eine Funktionsbaugruppe vollständig ist – was ebenfalls visuell signalisiert wird. Anschließend erfolgt automatisch ein Ausdruck der relevanten Betriebsmittel.
7. Qualitätscheck: Schaltschrankprüfung
Nachdem alle Funktionsbaugruppen verbaut und die Schaltanlage fertig gestellt wurde, durchläuft diese eine sogenannte sequenzielle Schaltschrankprüfung, also einen tabellarisch aufgebauten Prüfablauf. Wiederum scannt der dafür zuständige Mitarbeiter die mittlerweile am Schaltschrank angebrachte virtuelle Arbeitskarte ein. Eine speziell für diese Zwecke entwickelte Software holt sich die notwendigen Informationen zum jeweiligen Schaltschrank aus der Cloud und lädt das benötigte Prüfablaufprogramm, welches dann Schritt für Schritt abgearbeitet wird. Alle Prüfschritte werden dabei auch zeitlich überwacht und statistisch ausgewertet, so dass mögliche Wiederholungsfehler sofort erkannt werden und bei der Produktion, wenn nötig, nachgebessert werden können. Am Ende wird das Ergebnis anhand eines Prüfberichts schriftlich protokolliert.
8. Exportkontrolle im Schaltschrankbau
Da zahlreiche Schaltanlagen, die in Deutschland gebaut werden, für den Export bestimmt sind, ist es für Maschinen- und Anlagenbauer enorm wichtig, genaue Informationen über ausfuhrgenehmigungspflichtige Komponenten zu haben, die in ihren Schaltschränken verbaut sind. Auch hier erhalten die Blumenbecker Kunden eine wertvolle Unterstützung, denn jeder Schaltschrank, der das Werk in Beckum verlässt, wird auf genehmigungspflichtige Artikel kontrolliert. Gegebenenfalls erfolgt dann eine automatisierte Zollanmeldung, die Übergabe aller ausfuhrrelevanten Informationen an das Zollsystem, der Abgleich der Stammdaten inklusive Artikelnummern mit dem Zollsystem sowie die Dokumentation der durchgeführten Exportkontrolle. Hierfür besitzt Blumenbecker das Zertifikat als AEO (Authorised Economic Operator), also als zugelassener Ausführer.
9. Professionelle Elektromontage
Blumenbecker bietet fachgerechte Elektromontagen, Schaltanlagen- und Schaltschrankinbetriebnahmen – von der Planung über die Bestandsaufnahme bis zur globalen Umsetzung. Geschulte Elektromonteure arbeiten nach neuesten technischen Standards und gewährleisten höchste Betriebs- und Zukunftssicherheit.
Dank umfassender Expertise in Kabelbahn- und Befestigungssystemen entsteht alles aus einer Hand: Beratung, Angebotserstellung, detaillierte Montageplanung, erfahrenes Projektmanagement sowie flexible Materiallieferung für industrielle Elektromontagen jeder Größenordnung.
Normen und Zertifizierungen
Die Fertigung in Beckum ist nach EN 61439, UL 508A, UL 698A, ISO 9001:2015 und DIN ISO 45001:2018 zertifiziert. Als eines der wenigen Unternehmen in Deutschland darf Blumenbecker UL-Schaltanlagen selbstständig in-house labeln – ohne externen Inspektor, was US-Exporte erheblich beschleunigt.
Schaltanlagen Einzelfertigung für komplexe Großprojekte
Für die SMS group realisierten wir den Bau der Schaltanlagen für eine hydraulische Gesenkschmiedepresse – mit mehr als 50 Metern Schaltschränken und mehr als 100 dezentralen Klemmenkästen. Da die Steuerungssoftware von der SMS group selbst geschrieben wurde, arbeiteten zeitweise bis zu zehn Programmierer im Prüffeld in Beckum, um Busverbindungen und Motoren zu prüfen und die Software direkt in der Praxis zu evaluieren.
Sonderanfertigungen auf Wunsch: spezielle Lackierungen und Sonderformate, Ex-Schutz nach ATEX und UL 698A, UL-konforme Schaltanlagen mit in-house Labeling sowie automatisierte Exportkontrolle per AEO-C-Zertifizierung.
Zum Kundenprojekt
FAQ: Häufige Fragen zur Schaltanlagenfertigung in Beckum
Was ist die virtuelle Arbeitskarte im Blumenbecker Schaltschrankbau und wie funktioniert sie?
Die virtuelle Arbeitskarte ist ein QR-Code-basiertes Steuerungselement, das jeden Auftrag durch alle Fertigungsstationen begleitet. An jeder Station scannt der Mitarbeiter die Karte und erhält sofort die stationär relevanten Informationen aus der zentralen Daten-Cloud – welche Teile benötigt werden, in welcher Zone sie abzulegen sind, welches Prüfprogramm zu laden ist. Das eliminiert Datenredundanzen und macht jeden Schritt rückverfolgbar.
Was bedeutet Schaltanlagen Serienfertigung ab Losgröße 1 in der Praxis?
Jeder Auftrag erhält eine eigene virtuelle Arbeitskarte. Das Shuttle-Lager stellt das auftragsspezifische Material bereit, bevor der Mitarbeiter es benötigt. So läuft die Fertigung ohne Taktunterbrechung, auch wenn sich Losgröße und Konfiguration von Schrank zu Schrank unterscheiden.
Können Konstruktionsänderungen noch während der Fertigung eingebracht werden?
Ja. Durch die räumliche Nähe von Konstruktion und Fertigung können Änderungen in EPLAN P8 oder EEC One direkt in laufende Aufträge eingespielt werden – bis kurz vor Fertigstellung. Die digitale Infrastruktur stellt sicher, dass alle Fertigungsstationen sofort mit den aktuellen Daten versorgt werden.
Wo werden die Blumenbecker Schaltschränke gefertig?
Der Hauptfertigungsstandort ist Beckum in NRW – mit 8.000 m² Produktionsfläche und über 300 Mitarbeitern einer der größten Standorte für Schaltschrankbau in Deutschland. Neben Beckum fertigt Blumenbecker an drei weiteren internationalen Standorten in Polen, Indien und China.
Fertigt Blumenbecker in Beckum auch nach UL-Normen?
Ja. Blumenbecker ist berechtigt, Schaltanlagen nach UL 508A und UL 698A zu bauen und in-house zu labeln – ohne externen Inspektor. Das bedeutet kürzere Projektlaufzeiten für Kunden die für den US- oder Kanada-Markt fertigen lassen. Mehrmals jährlich finden unangemeldete Audits durch einen NRTL-anerkannten Prüfer statt.
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