Drei Blumenbecker Fahnen am Himmel

Servicemonteure bei den Stadtwerken in Münster

Jahreswartung im Kraftwerk

Münster in Westfalen an einem sonnigen Donnerstag im September. Unübersehbar, direkt inmitten der Hafenidylle, erstreckt sich das riesige Gebäude der Stadtwerke Münster. Innendrin befindet sich das Kraftwerk. Darunter auch neun Frequenzumrichter, die ihren täglichen Beitrag dazu leisten, Münster mit Strom und Fernwärme zu versorgen. Die Jahreswartung dieser Frequenzumrichter steht an. Eine Woche lang sind daher Paul Kravtchenko und Valeri Freint von der Blumen­becker Industrie-Service GmbH vor Ort, um die Wartung durchzuführen.

Das Blumenbecker den Kunden Stadtwerke Münster gewonnnen hat, haben wir dem glücklichen Umstand zu verdanken, dass Kravtchenko vor drei Jahren einen Fehler entdeckte, den kein anderer Dienstleister fand. Seitdem ist Blumenbecker fest gebucht für die Wartung und Reparatur. 2018 erst wurden in einem Großprojekt vier Umrichter erneuert.

Manchmal kommt es anders, als geplant

Was dieses Mal als ganz normale Wartung geplant war, entpuppt sich an Tag drei als notwendige Reparatur. Warum ist die Kühlwasserpumpe 2 ausgefallen? Wieder einmal begibt sich Kravtchenko auf Fehlersuche. Zusammen mit seinem Kollegen Freint nimmt er Messungen vor, um die Ursache zu lokalisieren. Die Steuerkarte – das Herzstück des Umrichters – muss ausgebaut werden. Dabei finden sich die Übeltäter: Eine defekte Sicherung sowie eine durchgeschmorte Platine: kleines Teil – große Wirkung. "Hoffentlich ist das der einzige Grund für die Störung. Sonst müsste der ganze Umrichter ausgetauscht werden", erklärt Freint. Die Lieferzeit eines neuen Umrichters von ABB dauert regulär mehr als fünf Tage und ist natürlich wesentlich teurer. Kravtchenko informiert den zuständigen Ansprechpartner bei den Stadtwerken. Eine neue Steuerkarte muss her. Derweil fangen die beiden schon mal mit der eigentlich geplanten Wartung an. Am Ende stellt sich heraus, dass die Steuerplatine erneuert und die Software neu geladen werden musste. Die Anlage läuft wieder einwandfrei.

Die Vielfalt macht‘s

Überraschungen, die der Job so mit sich bringt. Umrichter, Motoren, Pumpen werden kontrolliert, ausgelesen, gereinigt und bei Bedarf repariert oder ausgetauscht. Letztendlich muss noch alles dokumentiert werden. Wenn das mal nicht auf dem Programm steht, dann erledigen Kravtchenko und Freint beispielsweise Schwingungsdiagnosen. Hierbei wird der Zustand der Antriebselemente gemessen, analysiert und später am Schreibtisch ausgewertet. Über die erforderliche Zertifizierung ISO CAT 2 verfügt Kravtchenko seit 2016. Gearbeitet wird alleine oder seit zwei Jahren auch im Zweierteam, je nachdem, welchen Umfang der Auftrag hat. Dabei kommen sie weit rum: mal nur bis ins benachbarte Ahlen, mal nach Mannheim oder ins Allgäu, sowie ab und zu nach Polen oder Westafrika (Burkina Faso). Ab und an tauscht Kravtchenko auch den Blaumann gegen den Anzug. Dann ist er für den Vertrieb unterwegs.

Beide haben ihre Ausbildung bei Blumenbecker gemacht. 1995 begann Kravtchenko als Auszubildender zum Elektromaschinenbauer seine Karriere. Freint startete sechzehn Jahre später eine Ausbildung zum Elektroniker für Maschinen und Antriebtechnik. Und noch etwas haben sie gemeinsam: Der 41-jährige Kravtchenko und der 30-jährige Freint haben sich in der Abendschule zum staatlich geprüften Techniker Elektrotechnik weitergebildet. Gefragt nach den Herausforderungen im Job, sind sich die Servicetechniker einig: "Die Vielfalt macht’s", erzählt Freint. "Wir arbeiten handwerklich und am Schreibtisch. Dabei treten wir fast täglich als Problemlöser auf", ergänzt Kravtchenko.