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Condition Monitoring

Das Konzept des Condition Monitoring basiert auf einer regelmäßigen Erfassung des  Maschinenzustandes durch Messung aussagefähiger Größen (auch als Zustandsüberwachung bezeichnet). Das Condition Monitoring verfolgt zwei Ziele: Sicherheit und Maschineneffizienz.

1. Sicherheit:

Basierend auf den in Echtzeit analysierten Sensordaten kann ein verlässliches und sehr schnell reagierendes Sicherheitssystem (Notabschaltung) realisiert werden. Im Vergleich dazu sind bisherige Systeme (z. B. Schwingungssensoren) in aller Regel unpräziser und sie liefern anschließend keinen Beitrag zur Aufklärung des Schadensfalls. Online Condition Monitoring ermöglicht eine Notabschaltung aufgrund der erfassten Daten - und somit eine Analyse über den Störfaktor.

2. Maschineneffizienz:

Die Überwachung des Maschinenzustands ist die zwingende Voraussetzung für eine "Zustandsorientierte Instandhaltung". Diese Strategie löst die bisher übliche "präventive" Instandhaltung ab. Bei der Letztgenannten wurden in festen Zeitabständen die betreffende Maschine heruntergefahren und Bauteile überprüft bzw. ausgetauscht. Diese Art der Maschinenwartung führte häufig dazu, dass intakte Bauteile ausgetauscht und vorhandene "Restlaufzeiten" somit verschenkt wurden.

Dieses Konzept stellt höchste Anforderungen an Sensorik, Messdatenverarbeitung und anlagenspezifische Kenntnisse. Es bietet jedoch auch das größte Potenzial zur Kosteneinsparung, da die Lebensdauer kritischer Maschinenelemente praktisch vollständig ausgenutzt werden kann und gleichzeitig nötige Instandsetzungsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Produktionsplan terminiert werden können.

Die Zustandsorientierte Instandhaltung als Querschnittsfach aus den Gebieten Mechanik, Akustik, Systemtheorie, Elektronik und Informatik ist kein fertig erforschter Wissenschaftszweig, sondern befindet sich in einer raschen Entwicklung. Insbesondere bei der Überwachung einzelner Komponenten kann sie jedoch bereits heute sehr treffsicher sein. Bei komplexen Anlagen wird sie aber zunehmend unschärfer, da sich mit steigender Anlagenkomplexität einer immer größere Anzahl von Signalen verschiedenster Herkunft überlagert. Ein weiteres Manko war bisher auch oft das Fehlen geeigneter Sensoren, um Signale direkt in den Verschleiß- bzw. Schädigungszonen aufnehmen zu können. Hier vermag in Zukunft vielleicht die Mikrosystemtechnik Abhilfe zu schaffen, z. B. durch Sensoren in Dünnschichttechnik, die direkt auf der zu überwachenden Struktur angebracht werden können.

Die Herausforderungen dieser Strategie sind zu sehen in

  • der Suche nach geeigneten Messstellen und Sensoren,
  • dem Finden aussagekräftiger Parameter (Zustandsgrößen) für die Schädigung der interessierenden Komponenten,
  • der gezielten Anwendung von Signalanalyse und Mustererkennung
  • sowie der enormen Datenflut.

Oder um es in einem Satz zusammenzufassen: Was muss wann wo, wie und womit überwacht werden?

Was Condition Monitoring nicht kann, ist das Erkennen und Vermeiden von spontanen Ausfällen wie z. B. Ermüdungsbruch einer Welle.

 

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